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Berufsporträt Türsteher

Berufsporträt Sicherheitspersonal

 

Der Sicherheitsmann lässt nicht jeden an sich vorbei

Ob bei Großveranstaltungen oder in der Disco, Türsteher Marco Frezzini bewacht jede Tür. Höfliches Auftreten ist dabei unerlässlich.

 

Von Julian Bathelt

Innsbruck – Mit Betrunkenen, Feierlustigen und hübschen Frauen ist Marco Frezzini täglich in seiner Arbeit konfrontiert. Der 26-Jährige war bereits als Jugendlicher als Sicherheitsmann tätig: „Das hat schon im Gymnasium angefangen“, erinnert sich Frezzini zurück. Sein damaliger Schuldirektor hat ihn aufgrund seiner Kampfsport­ausbildungen in Taekwondo, Judo und Kung-Fu als Aufpasser bei Schulveranstaltungen einsetzen können.

Heute ist der ehemalige Flugbegleiter und Berufssoldat als Türsteher und Einsatzleiter bei der Sicherheitsfirma sps-west in Innsbruck tätig. „Wir haben eine große Kameradschaft und stehen für hohe Qualität“, erzählt er, „das Image des ungebildeten und vorbestraften Türstehers lassen wir nicht gelten.“ Ein einwandfreier Leumund und gute Umgangsformen sind die Hauptanforderungen, um bei sps-west tätig werden zu können. Eine gesetzliche Ausbildung gibt es in Österreich derzeit noch nicht. Als Türsteher sei man keinesfalls auf die Muskelmasse angewiesen, erklärt Frezzini: „Zu neunzig Prozent lösen wir alle Konflikte mit reden.“ Wird es doch einmal brenzlig, versuche er, mit Hebeltechniken sein Gegenüber zu überwältigen. Jeder Mitarbeiter werde monatlich auf diese Techniken geschult.

Hinter dem Beruf Türsteher verbirgt sich aber mehr als nur Leute rauszuwerfen, weiß der Sicherheitsmann: „Ich muss wissen, wo die Notausgänge sind, wie ich Erste Hilfe leiste und was im Brandfall zu tun ist.“ Als Einsatzleiter koordiniert er die Abläufe und muss sich zu hundert Prozent auf sein Team verlassen können. Deeskalierend auf Streitigkeiten zu wirken stehe an oberster Stelle. Wer letztendlich in eine Veranstaltung hinein darf und wer nicht, werde vorab mit dem Auftraggeber besprochen. Hier muss der Türsteher die Anforderungen des Hausherren beinhart durchsetzen: „Es kommt durchaus vor, dass wir nur Leute mit einer bestimmten Kleidung hineinlassen dürfen“, verrät der Profi. Vor allem bei einer beschränkten Gästeanzahl brauche er ein dickes Fell, meint Frezzini: „Ich muss dann jedem Betrunkenen vor der Tür erklären, warum er nicht hinein darf.“ Türsteher sind stets einem negativen Image ausgesetzt, Frauen würden dennoch von der Uniform angezogen werden: „Bekanntschaften ergeben sich viele. Flirten wird während der Arbeit aber nicht gerne gesehen“, sagt Marco Frezzini.

Dieser Artikel stammt aus der Tiroler Tageszeitung vom 18. Februar 2012, geschrieben von  Julian Bathelt.

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